MANNHEIM

Die Anfänge
Das Dorf Mannenheim (= Heim des Manno) wurde im Jahre 766 erstmals im Lorscher Codex urkundlich erwähnt. Lange Jahre ein kleines, unbedeutendes Fischerdorf, fiel Mannheim 1284 an den Pfalzgrafen bei Rhein aus dem Hause Wittelsbach. Regionale Bedeutung erlangte die 1349 auf dem heutigen Lindenhof errichtete Zollburg Eichelsheim, die den Rheinschiffern einen Obolus abverlangte. 1415 wurde in ihr der abgesetzte Papst Johannes XXIII. im Auftrag des Kaisers Sigismund gefangengehalten. Durch den Sieg in der Schlacht bei Seckenheim 1462 über das Heer seiner verbündeten Gegner, des Grafen von Württemberg, des Markgrafen von Baden und des Bischofs von Metz, begründete Kurfürst Friedrich von der Pfalz „der Siegreiche“ die pfälzische Vormachtstellung am mittleren Oberrhein. 1566 zählte Mannheim mit etwa 700 Einwohnern zu den größten Dörfern des Oberamts Heidelberg.

( Urkunde 22 aus dem Lorschen Kodex

URKUNDE 22 (Ri;g. 3174) Ludwig l. der Fromme schenkt die Kirche in Seckenheim Im Namen des Herrn, unseres Gottes und Heilandes Jesu Christi. Ludwig, durch die allwaltende göttliche Vorsehung Kaiser und allezeit Mehrer des Reiches. Wenn wir durch ein Geschenk unserer Freigebigkeit von den uns von Gott verliehenen Wohltaten den gottgeweihten Stätten etwas abgeben, so wird das dazu beitragen, daß wir unser sterbliches Leben glücklich verbringen und das ewige Leben immerwährend besitzen werden, wie wir zuversichtlich glauben. Daher sei allen unseren Getreuen, den gegenwärtigen und zukünftigen, kund und zu wissen, daß der verehrungswürdige Adalung, Abt des Klosters Lorsch, welches zu Ehren des Hl. Nazarius errichtet ist und wo der hochgeschätzte Leib jenes Märtyrers ruht, mit einer Bitte vor uns getreten ist. Er bat, daß wir dem Kloster den dritten Teil jener Hofreite, auf welcher die Kirche zu Ehren desselben Hl. Nazarius errichtet ist, den vor alter Zeit ein Graf Warin zugunsten unseres Kammerschatzes erworben hatte und den dann (sein Sohn) Graf Widegowo als Lehen durch unsere Verleihung innehatte, als wohltätige Schenkung übergeben sollten. Wir haben geruht, dieser Bitte zur Mehrung unserer Verdienste für den Himmel und aus Verehrung für jene heilige Stätte zu willfahren. Es hat uns gefallen, dem Kloster den vorgenannten Teil unserer Hofstätte mit unserer Kirche, welche im Ladengau und zwar im Dorfe Seckenheim am Neckar steht, durch Vollmachtsurkunde zu übertragen. Es ist daher unser Wille und Befehl, den wir durch diese Ermächtigung verkünden, daß zu unseren und in zukünftigen Zeiten der genannte Abt und seine Nachfolger oder die "' Eine Reihe von Ortschaften In der Umgebung von Manninlielm oder Mannenheim (Mannheim), die der CL erwähnt, sind In jüngerer Zeit durdi Eingemeindung in der Großstadt Mannheim aufgegangen: Prisenheim: Friesenheimer Insel, nördl. seit 1895 Keverendale: Käfertal, nordösti., seit 1897 Vittenheim: Feudenheim, östl. seit 1910 Sunthove: Sandhofen, nördl., seit 1913 Walahastat: Wallstadt, östl., seit 1929 Siggenheim: Sedienlieim, südösti. seit 1930 Strazzheim: Straßenheim, nordösti. seit l'?30 Klostergemeinschaft die genannte Kirche als unsere wohltätige Stiftung besitzen sollen. Auf immer soll sie unter der Botmäßigkeit des Klosters stehen, selbstverständlich so, daß alles, was sich als Nutzen und Vorteil für sie daraus ergibt, in völliger Freiheit und nach eigenem Ermessen zu ihrer Verfügung steht. Zur Bekräftigung dieser Vollmacht und zu ihrer besseren Bewahrung für künftige Zeiten haben wir sie unten eigenhändig unterschrieben und mit unserem Ringe siegeln lassen. Christe, sdiütze den Kaiser Ludwig! Monogramm Ludwigs, des gnädigsten Kaisers. Ich, Simeon, der Diakon, habe anstelle des Abtes Fridigis gegengezeichnet. Gegeben am 22. Juni (823) im 10. Jahre der Herrschaft des Herrn Ludwig, des frömmsten Kaisers, in der ersten Indiktion. Geschehen und wohlgetan in der Pfalz zu Frankfurt, in Gottes Namen. Amen.(Quellinfo) )

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Der große Karl Theodor, der so kunstsinnige und erfolgreiche Kurfürst - er durfte, ja musste noch größer werden. Welch’ Moment als dem kurpfälzischen Oberhaupt durch Erbgang nichts geringeres als ganz Bayern zufiel! Da hatte die vergleichsweise kleine Kurpfalz auf einmal das große Kurfürstentum Bayern zu verspeisen! Nein, das konnte nicht gut gehen; Bayern - und das konnte auch gar nicht anders sein - blieb der allzu zuversichtlichen Kurpfalz im Halse stecken! Nicht Bayern wurde Teil der Kurpfalz - umgekehrt - die Pfalz wurde Teil von Bayern. 1778 denn auch das klare Signal; solch großem Lande konnte die kurpfälzische Metropole denn doch nicht die Capitale sein - um die Erbschaft antreten zu können, musste Kurfürst Karl Theodor nach dem ohnehin bedeutenderen München wechseln, samt dem großen Hofstaate versteht sich. So war denn der Anfang zu noch bedeutenderen, einflussreicheren Zeiten im Grunde nichts anderes als das Ende der Kurpfalz, der so ruhmreichen, der kaiserbestimmenden, ja auch der so alten Kurpfalz! Es war das Ende des wichtigsten Landes auf dem Territorium des späteren Großherzogtums - mit Möglichkeiten der Einflussnahme, auch mit finanziellen und baukünstlerischen Mitteln, von denen die badischen Markgrafschaften, ob nun getrennt oder vereint, immer nur träumen konnten. Die Kurpfalz war mondän, die Markgrafschaft(en) Provinz; solange bis das von Napoleons Gnaden entstehende Großherzogtum kam.
Und Napoleon, respektive das revolutionäre Frankreich griff schonmal vorab nach der verwaisten Capitale Mannheim: 1795 wurde die Stadt von französischen Truppen erobert. Man sah die sogenannten Koalitionskriege der anderen großen Monarchien Europas gegen das von solcher "enthaupteten" revolutionären Republik - und man sah wie sich eben letztere ausgerechnet Mannheim griff. Mannheim war zu diesem Zeitpunkt nicht nur eine deutsche Großstadt, auch nämlich seit ihrer eigentlichen Geburtsstunde 1606 eine der wichtigsten Festungen in Südwestdeutschland. Seinerzeit waren die Großstädte, die Capitalen allzumal, durch riesige sternförmige Schanzenanlagen, deren Grundfläche oft größer als die eigentliche Stadt, zu wahren Bollwerken ausgeufert.
So auch Mannheim, die im 18. Jahrhundert bedeutendste Stadt und Festung der Kurpfalz. Und solche hatte sich Frankreich also gegriffen. Das durfte aus Sicht der Gegner keinesfalls so bleiben - man setzte alles auf die Wiedereroberung. Und alles bedeutete für die heranrückenden und trefflich kanonenbestückten Österreicher, dass alles was nach der Stadt schießen konnte, denn auch nach Mannheim hineinschoss! Während sich die französische Mannschaft verschanzte und erbitterte Gegenwehr leistete, ging Mannheim von Stunde zu Stunde mehr zu Bruch. Am Ende war die alte Capitale so zurückerobert wie zerschossen! 17 Jahre nach dem Ende als Hauptstadt, 1795, lag das so stolze Mannheim vollends entblößt!

Als denn Mannheim badisch wurde, was im übrigen die Mannheimer immer kalt ließ,

da zog der Großherzog mit einigem Pomp in die illustre ......(mehr hier Infos)

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Die Stadtoberhäupter seit 1810:

1810–1820: Johann Wilhelm Reinhardt
1820–1832: Valentin Möhl
1833–1835: Heinrich Andriano
1836–1849: Ludwig Jolly
1849–1852: Friedrich Reiss
1852–1861: Hans Christian Diffené
1861–1870: Ludwig Achenbach
1870–1891: Eduard Moll
1891–1908: Otto Beck
1908–1913: Paul Martin
1914–1928: Theodor Kutzer
1928–1933: Hermann Heimerich (SPD)
1933–1945: Carl Renninger (NSDAP)
1945–1948: Josef Braun (CDU)
1948–1949: Fritz Cahn-Garnier (SPD)
1949–1955: Hermann Heimerich (SPD)
1956–1972: Hans Reschke (parteilos)
1972–1980: Ludwig Ratzel (SPD)
1980–1983: Wilhelm Varnholt (SPD)
1983–2007: Gerhard Widder (SPD)
seit 2007: Peter Kurz (SPD)

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Die Jesuitenkirche wurde bis 1760 als Hofkirche für die Kurfürsten nach Plänen da Bibienas erbaut. Der Kunsthistoriker Dehio bezeichnete sie als bedeutendste Barockkirche Südwestdeutschlands. Die mächtige Vierungskuppel weist eine Höhe von 75 m auf. Die Wandgemälde im Inneren nahm der Münchner Künstler Egid Quirin Asam vor. Der Hochaltar und die sechs Seitenaltäre wurden von Egell und Verschaffelt im Spätbarock beziehungsweise Frühklassizismus gestaltet.

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BAROCKSCHLOß MANNHEIM

Als Kurfürst Carl Philipp im Jahr 1720 von Heidelberg nach Mannheim zog wurde die Stadt zur Residenz und zum strahlenden Mittelpunkt für Wissenschaften, Kunst und Kultur. Im selben Jahr legte er den Grundstein zum Neubau dieser imponierenden Schlossanlage. 450 Meter lang ist die Stadtfront, etwa sechs Hektar Fläche sind hier umbaut, und einst gab es ca. 1.000 Räume und Säle. Schloss Mannheim gehört zu den größten Barockanlagen Deutschlands.

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Das Mannheimer Schloss öffnet sich zur Stadt hin mit dem Ehrenhof. An den mittig gelegenen Haupttrakt schließen sich der Ost- und der Westflügel an. Hinter den Gebäuden liegt zum Rhein hin der weitläufige Schlossgarten. Im Ostflügel richtete Carl Theodor eine Bibliothek ein, die zu den bedeutendsten ihrer Zeit zählte. Seine Hofkapelle wurde zum Wegbereiter der europäischen Klassik und ging als „Mannheimer Schule“ in die Musikgeschichte ein. Heute ist das Schloss teilweise Sitz der Universität, die somit als eine der schönsten Deutschlands gelten darf.

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Das Schloss war die Residenz der Kurfürsten von der Pfalz. 1720–60 erbaut, ist es nach Versailles die größte geschlossene Barockanlage Europas. Die zur Innenstadt zeigende Schaufront weist eine Länge von ca. 450 Meter auf und ist damit Endpunkt von sieben Parallelstraßen. An der Ausgestaltung waren unter anderen Alessandro Galli da Bibiena, Egell, Rabaliatti, Pigage und Cosmas Damian Asam beteiligt. Im Zweiten Weltkrieg völlig zerstört, wurde das Schloss bis 1968 in vereinfachter Form wiederaufgebaut. Bis 2006 wurde das Dach des Corps de Logis in originalgetreuer Form wiederhergestellt, dank einer großzügigen Spende von Hasso Plattner.

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Seit April 2007 bietet das Mannheimer Schloss mit seinem neu eröffneten Schlossmuseum wieder Einblick in das Leben im Barock und Empire. Im Krieg zerstörte Räume wurden rekonstruiert, um hochwertigen Ausstellungsstücken eine Kulisse zu bieten. Der Besucher erhält Einblick in das Leben der pfälzischen Kurfürsten (besonders Carl-Theodor) und der badischen Prinzessin Stéphanie von Baden, einer adoptierten Tochter des französischen Kaisers Napoléon I.


Adresse: Bismarckstraße, 68161 Mannheim
Haltestelle: Schloss
Weitere Informationen: www.schloss-mannheim.de


oben Das Mannheimer Schloß die Aufnahme ist von 1928


(Quelnachweis Foto oben)

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Historisches Filmmaterial von 1907 Das Barockschloss


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Hier noch mehr Historische Filme von Mannheim :

FILME


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